Bei der Kofermentation werden Gülle und Mist mit Speiseabfällen und Fett vergoren. Die Bakterien, die diesen Prozess bewirken, müssen in den Fermentern unter optimalen Bedingungen - schön warm und in austarierter chemischer Zusammensetzung - erst heranreifen. Das dauert zwei Monate. Erst dann kann die Biogasanlage unter Volllast laufen.
Im Gärprozess erzeugen die Bakterien Methangas, das aus dem Fermenter ins kuppelzeltartige Gaslager strömt. Ist das zu 98 Prozent gefüllt, leitet die Überdrucksicherung Gas zum Abfackeln in einen offenen Brenner hinter und weit genug weg von der Betriebshalle. Das Gas wird, bevor es den Motor der Turbine antreibt, entschwefelt. Dadurch sinken die Schadstoffwerte im Abgas erheblich ab.
Die Kernstücke der Anlage liegen unter der Erde: zwei Fermenter, riesige abschlossene Gärbottiche. In einem weiteren Behälter wird die Gülle gelagert, in einem die Speisereste, in einem das Fett deponiert. Der sechste ist ein Pufferspeicher, in dem die Pampe nach der Fermentation landet. Von dort aus durchläuft sie den Hygienisierer, wo sie mindestens eine Stunde lang auf 70 Grad erhitzt wird. Das überlebt keine Bakterie.
Der erzeugte Strom kostet nach Lüpschens Kalkulation maximal 14 Cent, fünf Cent weniger als der sonst übliche Durchschnittspreis. Seinen Strom will der Bauer für cirka 17 Cent anbieten.