Biokraft-Scheiderhoehe-GmbH
 
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Zeitungsbericht 29.05.2007

Die Suppe gut durchrühren

Lohmar - Biogasanlagen gehört die Zukunft, findet der Landwirt Christoph Lüpschen. Gemeinsam mit Partnern will er auf seinem Schöpcherhof bei Scheiderhöhe eine solchen Anlage errichten und betreiben.

Die Fermenter, Herzstücke der geplanten Biogasanlage, funktionieren eigentlich wie ein Kuhmagen, klärte Thomas Saure, Referent für erneuerbare Energien und innovative Energiesysteme bei der Rhein-Energie, den Stadtentwicklungsausschuss auf. Gülle und Speisereste werden auf 37 Grad Celsius erhitzt und regelmäßig umgerührt, die Mikroorganismen machen sich über die Suppe her und erzeugen dabei das Methangas, auf das die Menschen scharf sind. Eine solche Biogasanlage will der Landwirt Christoph Lüpschen auf seinem Schöpcherhof bei Scheiderhöhe - mit Partnern - errichten und betreiben.

Neben ihm und der Rhein-Energie wollen sich der Lohnunternehmer Achim Schlehecker, die Erftstädter Reterra Services GmbH, und die Rösrather Lindenberg-Anlagen GmbH ins Projekt „Rhein-Energie Biokraft Objekt Scheiderhöhe GmbH & Co KG“ einbringen. Lüpschen und seine Kollegen aus der Region füllen die Gülle in die Anlage, Reterra liefert ergänzend dazu die Speiseabfälle aus dem Großraum Köln, die Firma Lindenberg soll die rund drei Millionen Euro teure Anlage bauen und die Rhein-Energie Biokraft bei der Projektentwicklung, dessen Planung sowie bei der kaufmännischen Leitung unter die Arme greifen.

Hoher Aufwand

Mit dem Gas wird ein Blockheizkraftwerk befeuert, das bei einer elektrischen Leistung von 700 Kilowatt bis zu 5400 Megawattstunden Strom erzeugen kann - womit 1600 Haushalte versorgt werden könnten, wie Saure schilderte. Eingespeist wird dieser Strom ins öffentliche Netz. Die Abwärme, die beim Betrieb gekapselten und damit leisen Kleinkraftwerks entsteht, soll der Firma ABS Pumpen nebenan als Heiz- und Prozesswärme zur Verfügung gestellt werden. Ganz Scheiderhöhe mit Fernwärme zu versorgen, rechne sich nicht, sagte der Experte. Dazu sei der Aufwand, die erforderlichen Leitungen zu legen, zu hoch und zu teuer.

Aber die Feuerwehr und der Kindergarten sollten angebunden werden, war insbesondere dem Grünen Charly Göllner wichtig.

Weil die Abwärme zumindest teilweise genutzt und nicht, wie bei vielen der bisher 4000 Biogasanlagen in Deutschland, einfach entweiche, komme die geplante Anlage auf einen Wirkungsgrad von bis zu 80 Prozent, erklärte Saure. Die Quote bei der reinen Stromerzeugung liege bei rund 40 Prozent.

Etwa 10 000 Tonnen Gülle „verdauen“ die Fermenter jährlich, dazu bis zu zu 12 000 Tonnen wässrige Nahrungsmittelrückstände und bis zu 1000 Tonnen Glycerine, die als Abfallprodukt zum Beispiel bei der Herstellung von Biodiesel aus Raps anfallen. Um das Futter der so genannten Kofermente, der Speisereste, heranzuschaffen, seien ein bis zwei Lastzüge pro Arbeitstag erforderlich, rechneten die künftigen Anlagenbetreiber vor.

Die „verdaute“ Gülle wird bei 70 Grad Celsius „hygienisiert“ und landet in „Endlagern“, aus denen beim „Nachgären“ noch einmal bis zu drei Prozent Gas aufgefangen werden. Was übrig bleibt, sei für Weiden und Felder hochwertiger, umweltfreundlich hergestellter Dünger, der an die Landwirte in der Region verschenkt werde, referierte Lüpschen. Ausbringen wird ihn Projektpartner Schlehecker, und zwar „bodennah“, wie Lüpschen betonte. Dadurch werde die Geruchsbelästigung des ohnehin viel weniger als Gülle stinkenden Stoffs noch weiter vermindert. Und die Anlage selbst erzeuge ebenfalls keinen Gestank, versicherten er und Saure. Lüpschens Argument: „Meine FamiIie wohnt direkt nebenan. Meinen Sie, wir wollten im ständigen Gestank leben?“

Der Ausschuss lobte ausdrücklich den ökologischen und ökonomischen Wert des Energieprojektes und beschloss einstimmig, das Bebauungsplanverfahren mit Anhörung der Bürger und Behörden einzuleiten. Dabei werde dann auch der genaue Standort festgelegt, hieß es.


 
 
   
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