Beitrag der UWG im Lohmarer Stadtanzeiger April 2008:
In der letzten Ratssitzung wurde die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zum Bau der geplanten Biogasanlage als Blockheizkraftwerk für Wärme und Strom in Scheiderhöhe beschlossen. Hierzu hat die Stadt öffentlich ins Gasthaus Scheiderhöhe eingeladen, durch Aushang am Rathaus und im Internet. Plakate, Terminvorschau in den Zeitungen, etc. sind mir nicht aufgefallen und auch nicht andere Hinweise auf die Bürgerinformation.
Man könnte meinen, Stadt und Betreiber waren an einem großen Forum nicht sonderlich interessiert. Schade, dass nur wenige Bürger gekommen waren und auch, dass sich außer Vertretern der UWG kein Politiker der übrigen Parteien dafür Zeit genommen hat. Und so mühten sich die Betreiber, den kritischen Bürgern Rede und Antwort zu stehen und deren Bedenken auszuräumen.
So, wie sie die Sache darstellen, müsste man sich auf jedem Bauernhof eine Biogasanlage wünschen. Die Auswirkungen auf die Umwelt und die Anwohner von Scheiderhöhe konnten sie aber gar nicht konkret beantworten, weil man selbst den genauen Anlagentyp noch nicht kannte.
Die vehementen Beschwichtigungen, man wird nichts hören, nichts riechen und kaum etwas davon sehen, waren nicht sehr überzeugend. Und höchstens 1-3 der schweren Lastzüge, die die benötigten Kofermente (Lebensmittelreste und nachwachsende Energieträger) täglich anliefern, seien hinnehmbar. Schließlich würde dafür das Ausbringen von Gülle auf die Felder reduziert.
Löblich, dass man auf Wunsch zu einer weiteren Bürgerinformation bereit ist. Eine direkte Versorgung der Anwohner mit Strom oder Fernwärme ist nicht vorgesehen. Und ABS als Abnehmer für Fernwärme müsste seine eigene Heizungsanlage stilllegen.
Wenn überhaupt, jedenfalls war der Vorsitzende des ABS-Betriebsrates bis vor kurzem über dieses Vorhaben nicht mal informiert. Wir wollen uns keineswegs in die internen Betriebsabläufe eines Landwirtes einmischen oder gar vorschreiben, ob er mit Viehzucht oder Ackerbau wirtschaftet. Aber eine Biogasanlage als Standbein in der Landwirtschaft darf kritisch hinterfragt werden. Nach unserer Auffassung nutzt die Anlage, die 1600 Haushalte mit Strom versorgen könnte, keinem der übrigen Bürger von Scheiderhöhe und auch nicht der Allgemeinheit, bestenfalls den Betreibern. Und eine nachhaltige Entlastung der Umwelt sehen wir auch nicht.
Dem Realisierungsbeschluss konnte die UWG seinerzeit nicht zustimmen Die anfänglichen Bedenken wurden in dieser Bürgerinformation jedenfalls noch nicht ausgeräumt.